Durch das Modul „J-DebatEck“ erlernten Jugendliche das Diskutieren, Artikulieren und richtig zu streiten.

Es wurden Kompetenzen für die Konfliktprävention und die Konfliktbewältigung mit Hilfe vom Debattieren unter jungen russischsprachigen und nicht russischsprachigen jüdischen Zuwanderer*innen; Förderung der Diskussionskultur in Deutschland; Stärkung des Bewusstseins/Verantwortung für jüdische Themen unter Jugendlichen und der eigenen Meinungsbildung gefördert.

Hauptzielgruppe: Jugendliche von 14 bis 19 Jahr alt; Deutsch und russischsprachig, insbesondere jüdischer Herkunft

Methoden: Diskussionen, Debattieren, Präsentationen.

Die Idee des Moduls

Die Idee dieses Moduls ging von der Idee von ein paar Jugendlichen aus, die sich für politische und gesellschaftliche Fragen, insbesondere für Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft, interessieren. Sie wollten bestimmte Themen zusammen besprechen und einen jungen Debattierclub schaffen, der den Dialog und die Begegnung für Leute verschiedenster Herkunft- und Weltanschauung ermöglichen wird. Neben aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wurden auch jüdische Perspektiven behandelt. Der Kern dieser Jugendinitiative besteht aus Florian Mätzschker, Daniel Kopanev, David Schapiro, Dennis Finkelstein und Dennis Ossipov.
Die Idee von Jugendlichen wurde von der Europäischen Janusz Korczak Akademie e.V. unterstützt als pädagogisches Modul des Projekts „Respekt-Dialog-Teilhabe“ in der Zusammenarbeit mit der Bildungsjugendstätte „J-ArtEck“ e.V. entwickelt und realisiert.

Verlauf
Ab Anfang August 2018 gab es schon erste Treffen von Jugendlichen. Seitdem sind jede zwei Wochen Zusammenkünfte zum Debattieren stattgefunden. Meistens trafen sich Jugendliche montags nach der Schule im Janusz-Korczak-Haus Berlin.
Es wurden folgende Bildungsinhalte vermittelt:
• Lernen, seine Meinung überzeugend darzustellen
• Politische und historische Zusammenhänge kennenlernen
• Entwicklung der jüdischen Identität
• Lernen, andere Meinungen zu akzeptieren
• Auseinandersetzung mit Israel

Es wurden beispielsweise folgende Themen besprochen: gewaltfreie Kommunikation, Meinungsfreiheit, Political Correctness, Cybermobbing, Verminderung vom Antisemitismus in der Gesellschaft, Verbindung zu Israel und Judentum, 70 Jahre Israel u.a. Diese Treffen fanden unter dem Motto, dass man nur in der gemeinsamen Diskussion der Lösung für ein Problem näherkommen kann.

Jugendliche haben nicht nur unter sich getroffen, sondern auch das Projekt dem breiten Publikum vorgestellt und zusammen mit Jugendlichen und Erwachsenen debattiert. Es wurden außerdem verschiedene Referenten und Experten zu bestimmten thematischen Treffen eingeladen. Diese Gäste waren Politiker und Personen des öffentlichen Lebens. Zum Bespiel, am 13. März 2019 haben die Jugendliche ein Seminar zum Thema „Mängel bei der Darstellung Israels in den Medien: Was fehlt?“ zusammen mit dem Referenten Jörg Rensmann (Programmdirektor Mideast Freedom Berlin) im jüdischen Moses Mendelsohn Gymnasium organisiert. Das Seminar weckte viel Interesse unter den Schülern, deswegen wurde noch ein Seminar in demselben Gymnasium im Mai organisiert. Am 9. Mai 2019 haben Jugendliche speziell zum israelischen Unabhängigkeitstag ein Seminar im Gymnasium zusammen mit dem Referenten Jörg Rensmann zum Thema „Die Geschichte des Zionismus“ durchgeführt. Die Schüler des Gymnasiums haben sich bei diesen Seminaren einen Einblick in die Abläufe und Dynamiken der Debattenführung geschaffen.
Am 26. März 2019 fand ein Seminar zum Thema „Neue Wege und Herausforderungen der Demokratieförderung und Prävention im Digitalen Raum.“ Diese Veranstaltung war insbesondere mit der Zielsetzung „Prävention von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ des Programms „Demokratie leben!“ und des Themenfelds „Konfliktbearbeitung“ verbunden. Bei diesem Seminar hat man unter anderem darüber gesprochen, dass die Präventionsarbeit zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unmittelbar mit dem Einfluss des digitalen Raums auf das gesellschaftliche Klima konfrontiert ist. Die Veranstaltung wurde zusammen mit dem Berliner Demokratiezentrum für Vielfalt und Respekt durchgeführt.
Die Jugendgruppe „J-DebatEck“ hat auch verschiedene Festivals und verschiedene Institutionen, wie z.B. Botschaften oder Stiftungen, besucht. Sie waren bei dem Festival „70 Jahre Israel“ im Mai 2018 in Berlin, bei Limmud Berlin im 3.-4. November 2018 und beim Seminar „Baustelle-J“ von NEVATIM unterstützt von Jewish Agency for Israel am 9. bis 11.November 2018 in Erfurt, wo sie eine öffentliche Diskussion organisiert haben. An solchen Veranstaltungen haben Teilnehmer*innen der RDT-Fortbildungen zur Konfliktbearbeitung teilgenommen. Somit hat die Jugendgruppe mit anderen Teilnehmenden des Projekts Kontakte geknüpft und somit wurde das Netzwerk von RDT-Projektteilnehmenden gefestigt.
Jugendliche vom „J-DebatEck“ haben einen Workshop am 7. November 2019 für die Schüler der Schule Eins in Pankow im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projekts „Respekt-Dialog-Teilhabe: Konflikten begegnen mit Janusz Korczak“ durchgeführt. Beim Workshop haben Dennis Ossipov und Dennis Finkelstein zusammen mit der Jugendleiterin von „YouthBridge München“ Sofija Pavlenko das Leben und pädagogische Ansätze von Janusz Korczak den Schülern vorgestellt und zum Thema „Was hat Janusz Korczak mit uns zu tun?“ über Korczak’s Ansätze, die Schule früher und heute mit ihnen debattiert.
Verschiedene Kooperationspartner haben die Initiative „J-DebatEck“ unterstützt. Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) hat die Öffentlichkeitsarbeit und organisatorische Unterstützung für „J-DebatEck“ geleistet.

Wirkungen
Jugendliche haben mehr über wichtige politische, gesellschaftliche und jüdische Themen erfahren und wie man über diese Themen gewaltfrei debattieren kann. Die Teilnehmer haben gelernt, sich eine Meinung über verschiedene Themen bilden zu können, diese darzustellen und in der Diskussion zu überzeugen. Am Ende hat man nicht nur eine tolle Diskussion erlebt, sondern viel Neues erfahren, seine jüdische Identität gestärkt und Hinweise zur Bewältigung von Problemen des Alltags bekommen.

Nachhaltigkeit
„J-DebatEck“ bekam Anerkennungen von verschiedenen jüdischen und Jugendorganisationen bekommen. In Zukunft wird die Gruppe „J-DebatEck“ unter der Leitung von Studentim – Jüdische Studierendeninitiative Berlin e.V. auf der Ebene von jungen Erwachsenen weitere Debatten und Seminare in Berlin organisieren.
Jugendliche von „J-DebatEck“ treffen sich weiterhin und freuen sich auf neue Interessenten und spannende Themen für Diskussionen in kommenden Jahren. Wer Lust hat bei dem Treffen mitzumachen, kann sich gerne unter j-debate@j-arteck.org melden.

Das Modul wurde medial mit folgendem Flyer beworben:

Flyer J-debateck

Für die Veranstaltung mit Schwerpunkt Zionismus wurde mit folgendem Poster geworben:

Poster_J-debate_MMG_v02